Zum Abschluss des Bologna-Kongresses des Wissenschaftsministeriums am 8. März in Stuttgart zog Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg eine positive Bilanz. „Wir haben eine fruchtbare Diskussion mit zahlreichen interessanten Beiträgen und Anregungen erlebt. Es ist deutlich geworden, dass wir den Bologna-Prozess flexibler gestalten müssen. Hier hat sich schon im Vorfeld des Kongresses viel bewegt. An den Hochschulen sind zahlreiche Verbesserungen auf den Weg gebracht worden“, sagte der Minister. Er verwies außerdem darauf, dass die Höchstdauer von zehn Semestern für Bachelor- und Masterstudium auf Initiative Baden-Württembergs bereits flexibilisiert worden sei und überschritten werden könne.
Frankenberg zufolge haben im Zentrum des Kongresses Themen gestanden, die vor allem die Universitäten betreffen. „Das Spannungsfeld zwischen Wissenschaftlichkeit und Berufsbezogenheit des Bachelor-Studiums hat sich als eine zentrale Frage erwiesen, auf die wir differenzierte Antworten brauchen, die den Zielen der einzelnen Hochschularten gerecht werden. Deutlich wurde auch die Notwendigkeit einer guten Balance zwischen der notwendigen Struktur auf der einen und den notwendigen Freiräumen im Studium auf der anderen Seite“, so der Minister. Hier bedürfe es einer größeren Flexibilität der Angebote. Flexible Lösungen seien auch erforderlich für den Umstand, dass eine wachsende Zahl von Studierenden mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Fähigkeiten an die Hochschulen komme.
Frankenberg dankte den Akteuren im Plenum und in den Foren, aber auch den vielen Besucherinnen und Besuchern. „Jetzt geht es darum, aus den Beiträgen die richtigen Schlüsse zu ziehen, um den Bologna-Prozess mit der notwendigen Flexibilität erfolgreich fortzusetzen. Wir werden die zahlreichen Beiträge und Vorschläge sorgfältig aufbereiten und auswerten. Dann werden wir entscheiden, wo sich Ansätze für weitere konkrete Schritte ergeben“, sagte der Minister. Das Ministerium werde baldmöglichst eine Dokumentation des Kongresses veröffentlichen. „Mir ist es wichtig, den Kongress sorgfältig zu dokumentieren und den Diskussionsstand, aber auch den Stand des bereits Erreichten festzuhalten“.
An dem Kongress nahmen rund 450 Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, Politik und Verbänden teil, darunter zahlreiche Studierende. In drei Foren befassten sich Experten und Studierende im Schwerpunkt mit drei Fragestellungen:
-Bildung oder Ausbildung? Was ist ein gutes Studienprogramm?
- Struktur oder Flexibilität? Wie werden die Hochschulen Studierenden mit unterschiedlichen Interessen, Begabungen und Lebensentwürfen gerecht?
- Bürokratie oder Qualität bei der Akkreditierung? Was ist gute Qualitätssicherung in der Lehre?
Weitere Informationen: www.bologna-kongress.de