Die im vergangenen Jahr zum UNESCO-Weltdokumentenerbe erklärte „Nibelungenlied-Handschrift C“ wird vom 28. - 31. Januar 2010 in einer Sonderausstellung in der Badischen Landesbibliothek zu sehen sein. „Die Entscheidung der UNESCO unterstreicht die herausragende Bedeutung der Handschrift für unser kulturelles Erbe. Sie ist die älteste und für die Überlieferung des Nibelungenlieds wichtigste Handschrift. In der Sammlung der Badischen Landesbibliothek nimmt sie einen herausragenden Rang ein“. Dies sagte Kunststaatssekretär Dr. Dietrich Birk am 21. Januar 2010 vor Medienvertretern in Karlsruhe.
Dass die Handschrift nun für mehrere Tage in Karlsruhe der Öffentlichkeit gezeigt wird, ist Birk zufolge eine Besonderheit. Die Handschrift sei wegen ihres besonderen Wertes und aus konservatorischen Gründen nur selten öffentlich zu sehen, zuletzt im Jahr 2004 in einer gemeinsamen Ausstellung der Badischen Landesbibliothek mit dem Badischen Landesmuseum.
„Die Entscheidung des UNESCO-Komitees zeigt einmal mehr, wie richtig es war, die Handschrift im Jahr 2001 für Baden-Württemberg zu erhalten. Mit ihrer reichhaltigen Sammlung deutschsprachiger mittelalterlicher Handschriften ist die Badische Landesbibliothek der ideale Standort für das Nibelungen-Lied“, so der Staatssekretär.
Information für die Redaktionen:
Das Nibelungenlied gilt als herausragendes Beispiel der europäischen Heldenepik. Von den insgesamt elf vollständigen überlieferten Handschriften des Nibelungenlieds stammen drei aus dem 13. Jahrhundert: die Handschrift A in der Bayerischen Staatsbibliothek, die Handschrift B in der St. Gallener Stiftsbibliothek und die Handschrift C in der Badischen Landesbibliothek. Die Handschrift C wurde 2001 von der Landesbank Baden-Württemberg aus den Beständen der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek für die Badische Landesbibliothek erworben. Das Internationale Komitee für das UNESCO-Programm „Memory Of The World“ hat diese drei ältesten Handschriften im Juli 2009 in das Weltdokumentenerbe aufgenommen. Die Auszeichnung wird in einem Festakt am 25. Februar 2010 in München vergeben. Aus diesem Anlass präsentiert die Badische Landesbibliothek die Handschrift von Donnerstag, 28. Januar bis Sonntag, 31. Januar 2010 der Öffentlichkeit.
Neben der Handschrift werden weitere mittelalterliche Objekte aus dem Bestand der badischen Landesbibliothek gezeigt, unter anderem die „Weltchronik“ von Rudolf von Ems aus dem Jahr 1365 und die Karlsruher Parzival-Handschrift aus den Jahren 1331 - 1336.
http://www.blb-karlsruhe.de/blb/blbhtml/2010/nibelungen.php